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14 – Eine Möglichkeit oder ein schlechter Tausch?

Was wie ein ungünstiger Kompromiss erscheint, kann manchmal auch eine günstige Gelegenheit sein, etwas dazu zu gewinnen. Nicht unbedingt geschenkt, aber eben günstig zu bekommen.

13 – Alles ist großartig, aber keiner freut sich darüber.

Überall sind die Dinge amazing und incredible. Dass wahres Glück allerdings von innen kommt, ist eine der meistgehörten Weisheiten, die wir kennen und sie langweilt uns. Ob aber nicht doch was dran ist? Um uns herum gibt es eine Erfindung nach der anderen, die alles noch ein bisschen besser, aufregender, Entertainment-artiger machen soll und kann, aber wir sind jederzeit in der Lage, mit einem leeren Gefühl zurückzubleiben. Zumindest können wir durch das, was wir uns von außen zuführen, nicht komplett ausgefüllt werden. Und jetzt?

12 – Wer billig kauft, legt drauf.

Die Mutter eines Freundes hat gute 10 „günstige Digitalkameras“, jede einzelne ein bisschen besser als die vorherige, jede einzelne ein irgendwie sinnvoller Kauf. Kostenpunkt, gesammelt: 2-3 Profi-Geräte, von denen eins für alles reichen würde, was die 10 anderen nur so halb können.

11 – Was könnte ich weglassen?

Wenn wir nach einer Lösung suchen, suchen wir oft nach dem, was wir zusätzlich noch benötigen. Manchmal kommt man aber auch voran, wenn man etwas weglässt. Platz für Neues, manchmal bevor man weiß, was das Neue ist.

10 – Solange man einen Lieblingsfehler hat, gibt es etwas zu üben. Wenn man alle Fehler gleich oft macht, ist man am Ziel.

Wer einmal gelogen hat, dem glaubt man beim zweiten Mal eher nicht mehr. Wer zweimal denselben Fehler macht – und wenn wir es selbst sind – verdient nicht unbedingt Misstrauen oder Geringschätzung, aber zumindest mehr Hilfe und Aufmerksamkeit. Die Gelegenheit, aus dem Fehler zu lernen, wurde beim ersten Mal offensichtlich nicht gründlich genug genutzt. Fortschritt wäre doch, beim nächsten Mal an einer anderen, schwierigeren Stelle zu scheitern als vorher.

9 – Unterforderung ist schwer zu entdecken.

Wenn wir überfordert sind, merken wir das schnell. Alles erscheint uns mühsam, zu viel, unübersichtlich und erdrückend. Genau das sind allerdings auch die Zeichen von Unterforderung. Wenn wir uns fühlen, als wären wir nicht gut genug, ist der Grund aber nicht immer die eigene Unzulänglichkeit.

8 – Wenn die Zeit knapp wird, lassen wir zuerst die Dinge ausfallen, die uns gut tun würden.

Sind wir der Meinung, dass wir sie nicht mehr verdient hätten, wenn wir uns nicht an Deadlines halten können? Gut ausgeruht arbeitet man doch eigentlich besser. Nur leider fühlt es sich sehr produktiv an, sich Freude zu verkneifen.

7 – „Erreicht“ ist ein Wort, das selbst Richard Branson noch jagt.

Man will etwas erreichen. Um stolz zu sein, um etwas vorweisen zu können, vielleicht um ein bisschen anzugeben oder einfach um zu wissen, in welche Richtung es danach weitergeht. Vielleicht steckt aber auch die Sehnsucht dahinter, an einem Punkt anzukommen, an dem man dem ständigen Vorangehen entkommen kann, an dem man weit genug ist. Wie kommen wir eigentlich darauf, dass wir immer weiter müssen?

6 – Organisation ist nicht nur für Streber, sondern auch für Leute, die gerne leben.

Ein strenger Kalender und eine volle Todo-Liste sind Insignien des Beschäftigtseins (man sagt, „busy“ ist in gewissen Kreisen die aktuelle Standard-Antwort auf die Frage „how are you“). Vielleicht können die beiden aber auch dafür stehen, dass man einfach nur sehen will, wo im Kalender noch Platz für das wirkliche Leben ist.

5 – Langeweile überkommt uns nicht mehr, wir müssen sie aufsuchen.

„Nicht mehr“ klingt nach „früher war alles besser“. Entertainment gibt es jedenfalls eine Menge, vielleicht sogar wirklich mehr als je zuvor. Die ruhigen Minuten lassen sich mit allem Möglichen füllen, ertragen müssen sie wir jedenfalls kaum noch. Vielleicht wäre aber gerade das eine wertvolle Übung; wofür auch immer.

4 – Wenn wir beschäftigt sind, wollen wir eigentlich, dass nichts passiert.

Wir suchen uns Aufgaben – oder schlimmer: lassen uns Aufgaben zuweisen. In den meisten Fällen bleibt dabei außen vor, dass wir etwas bewirken könnten, statt nur etwas abzuarbeiten. Für das was anliegt, tragen wir meistens keine Verantwortung. Das ist sehr bequem, denn es gibt uns das Gefühl, etwas erreicht zu haben, lässt uns aber niemals als dessen Urheber in der Verantwortung stehen – es war halt gerade zu tun. Wenn wir uns selbst für etwas entscheiden, tragen wir die Konsequenzen davon mit und sehen unter Umständen auch mal schlecht aus. Für das, was man einfach nur erledigt, muss man selten geradestehen.

3 – Wir sehen das, was schon fertig ist, aber nicht das, was wird.

Ergebnisse aller Art sind bequem. Sie sind greifbar, vielleicht überraschend oder negativ, ziehen aber keine weiteren Überraschungen nach sich und lassen uns auf ihre Art in Ruhe. Selbst wenn sie uns nicht passen. Dass wir ohne es zu merken mit allem, was wir schon in der Hand haben, trotzdem noch am Anfang von etwas anderem stehen könnten, kommt uns nicht in den Sinn. Die Welt wird nicht anhalten, nur weil man mit etwas fertig ist. Wir müssen wohl oder übel dabei zusehen, was als nächstes passiert oder können vielleicht sogar Einfluss darauf nehmen, welche Form es haben wird.

2 – Wer sich immer eine Hintertür offenhält, übersieht den Haupteingang.

Vielleicht haben wir zu lange gesagt bekommen, dass wir etwas ganz Besonderes sind. Deswegen denken wir bei vielem, auch wenn es uns einigermaßen gefällt, dass etwas noch Besseres und, vor allem, Besonderes auf uns wartet. Vielleicht sehnen wir uns nach einem Zustand, auf den irgendjemand den Aufkleber „das beste und ganz besonders“ geklebt hat, damit wir endlich beruhigt sein können und nicht weiter Ausschau halten. Vielleicht könnten wir stattdessen öfter sagen: „das ist es jetzt, wir machen die Hintertüren zu.“

1 – Wenn die Guten nur zusehen und nichts machen, schadet das allen.

Es ist schwer zu sagen, wie viele stille Beobachter des Geschehens es gibt. „Wenn nur mal einer was machen würde, sähe das gleich ganz anders aus“, denken sich viele und warten auf den Startschuss. Es müsste nur mal einer heldenhaft anfangen, dann würde man gleich mitmachen – und dann ginge alles ganz schnell und die Welt (oder zumindest ein kleiner, bescheidener Teil davon) würde bald ein bisschen besser sein. Auf ein „man müsste“ sollten jedenfalls immer ein „wer“, „was“ und „wann genau“ folgen.